Angst loslassen und Vertrauen

Angst ist etwas ganz Normales und Natürliches, sogar Wichtiges. Gehört de facto zu unserem Leben dazu. Fühlt sich aber nicht so gut an. Stört uns. Wollen wir nicht spüren. Wir und auch unsere Umwelt haben den Anspruch, allzeit stark, mutig , selbstbewusst, perfekt unser Leben zu meistern. Aber so einfach ist das manchmal nicht. Das Leben hat seine eigenen -, manchmal auch ungerechten Gesetze, ist unberechenbar. Von jetzt auf gleich kann alles in Frage gestellt sein. Kann nichts mehr sein, wie es war. Müssen wir reagieren und vielleicht völlig neu umdenken, handeln, hat sich alles verändert. Werden wir ins kalte Wasser geworfen und müssen schwimmen, vielleicht auch gegen den Strom, tauchen unter und wieder auf…wave-1939166_1920
Wer sucht sich das freiwillig aus? Die Wenigsten.
Und doch gehören Krisen zum Leben, egal, ob existenziell oder nicht. Sie können einige oder alle Lebensbereiche betreffen.  Sie können jeden niederschmettern, egal wie stark oder schwach er ist. Es gibt nicht die „ ganz schlimmen“ oder „weniger schlimmen“ Ereignisse. Entscheidend ist eigentlich nicht, Was uns passiert, sondern WIE wir damit umgehen. Wie wir reagieren und wie wir die Dinge bewältigen.
Was kann uns neben den ganzen bekannten Faktoren für Resilienz helfen?
VERTRAUEN.balance-1398194_1280
Ein kleines Kind fällt um, steht auf und läuft weiter. Es zweifelt (noch) nicht an sich. Wir Erwachsenen tendieren je nach Lebenserfahrungen schon eher dazu, an uns und unseren Fähigkeiten zu zweifeln. Warum eigentlich? Weil wir gelernt haben, es wird nicht alles gut? Ja tatsächlich. Es wird nicht immer alles gut, wobei das natürlich auch von unserer Bewertung abhängt. Was ist gut? Was sich aktuell als schlecht für uns darstellt, kann im Nachhinein gut für etwas sein.
Wenn es um Leben und Tod geht, haben wir meist Angst vor dem Tod. Das ist ganz normal.
Wem können wir vertrauen? Dem Leben? Dem Schicksal? Dem Universum? Unserem Schutzengel?  Unserem uns wohlgesonnenen privaten Umfeld? Den Ärzten? Therapeuten? Heilern?….
young-woman-2239269_1920Wie wäre es denn, uns selbst zu vertrauen? Selbstvertrauen könnte unsere Angst regulieren. Besinnend auf unseren Erfahrungsschatz, wie wir bisher schwierige Situationen gemeistert haben. Unser Selbstvertrauen kann die Selbstheilungskräfte in uns verstärken oder abschwächen. Wir besitzen alle auf allen Ebenen Selbstheilungskräfte. Wenn unsere Körperlichen, mentalen, emotionalen Selbstheilungskräfte versagen, macht es uns Angst.  Vielleicht haben wir sie bisher kaum gebraucht und noch nicht voll ausgeprägt oder sie sind schlichtweg mit der Situation überfordert.
Vielleicht DENKEN wir, wir sind überfordert? Die Annahme, dass wir eine Situation nicht meistern können, macht uns Angst. Angstmachende Gedanken stressen uns. Sie sorgen dafür, dass wir Stresshormone ausschütten. Sie rauben uns Kraft. Sie engen uns ein.
Und nun? Können wir uns entscheiden… die Situation ändern, und wenn es „nur gedanklich“ ist. Oder akzeptieren, wie es ist. In Gelassenheit. In Frieden hinnehmen, was vielleicht nicht zu ändern ist. Was aber nicht bedeutet, jetzt in die Vermeidung abzurutschen.
Welchen Gefühlen in Dir gibst Du welchen Raum-Wenn wir in unseren Grundfesten erschüttert sind, sollten wir allen damit verbundenen Gefühlen ihren Raum geben, den sie brauchen. Nicht versuchen, sie zu meiden. Damit wir wieder in unsere Mitte zurückkehren können. Sie dürfen dasein. Aber auch wieder heilen.  Und gleichrangig mit den anderen Gefühlen ihren Raum einnehmen. Nicht überhand nehmen.
Wenn wir vertrauen und hoffen und beten werden wir uns deutlich besser fühlen, als wenn wir perspektivlos aufgeben, nichts für die Zukunft, aber auch nichts für das Hier und Jetzt erwarten.
Was kann uns dabei helfen, uns zu stärken? Unser (Selbst-)Vertrauen stärken? Auch wenn es keine Sicherheit und keine Garantie im Leben gibt? Für niemand?
Indem wir unser Nervenkostüm stabilisieren. Durch Entspannungsverfahren. Am einfachsten erlernbar und schnell spürbar ist die progressive Muskelentspannung. Sehr effektiv und in Studien nachgewiesen ist Meditation. Aber auch Yoga. Durch äußere Gleichgewichtsübungen das innere Gleichgewicht zu stärken.
Atemübungen. Ultraleicht zu erlernen und durchzuführen.
Rechts-links-Koordinationsübungen ebenfalls sehr effektiv.
Man kann auch mit Ablenkungsmanövern arbeiten. Viele gute Anregungen finden sich bei Claudia Croos-Müller in ihrem Büchlein „Nur Mut“.
Eine Biografie unserer bewältigten Situationen erstellen.
Uns gedankliche Fragen zur Umstrukturierung stellen.
Uns eine Hierarchie von angstauslösenden Faktoren erstellen und uns selbst in kleinen Schritten beweisen, was wir schaffen können.
Wir können mit all diesen Vorschlägen Selbstverantwortung übernehmen.
Manchmal kann auch unser Umfeld uns unterstützen.
Und etwas, was wir nicht greifen können. Vielleicht indem wir an Gott glauben und beten. Nicht umsonst heisst es, der Glaube kann Berge versetzen. Warum? Wegen dem vorhandenen Gottvertrauen bei gleichzeitiger Akzeptanz der Situation und dem Vertrauen, es wird alles zum Besten für uns gelenkt. Egal, was geschieht.
Wenn alles gegen Dich zu laufen scheint, dann erinnere Dich, dass das Flugzeug gegen den Wind abhebt, nicht mit ihm.

Namaste und allen einen schönen Sommer.
Ich freue mich auf  eine kleine, dringend benötigte, Sommerpause.

Judith Becherle

Fotos: pixabay

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