Abschied in meine eigene Auszeit, meinen Retreat

Ich bin in Auszeit

Hallo Ihr Lieben,

Ich verabschiede mich diesen Dienstag direkt abends vom Arbeitsplatz in die Kraft der Stille…Meditation, Achtsamkeit, Entschleunigung inklusive fasten. Ich sollte mich darauf vorbereiten. Das fällt mir nicht so leicht. Zum Einen, weil ich bis zur letzten Minute arbeiten muss. Habe versucht, meinen Schreibtisch abzuarbeiten, aber doch schon wieder die nächsten Stapel und Erinnerungszettel nach meiner Rückkehr dort liegen. Und muss natürlich auch sofort wieder nach meiner Rückkehr arbeiten etc..

Es war eine Kunst, mir diese Tage zu gönnen, das zu organisieren ziemlich schwierig, weil meine nicht mehr so fitten Eltern die ganze Zeit bei mir Zuhause die Kinder betreuen müssen. Weil ich maximal 1 Urlaubstag in der Klinik fehlen kann. Irgendwo habe ich deshalb auch Schuldgefühle… Meinen Eltern und Kindern gegenüber. Weil ich nicht nur länger fehle, sondern mich auch keine Anrufe erreichen können, wie üblich. Normalerweise ist das Handy voll mit Fragen und Erzählungen und „Vermisstanzeigen“. Ich denke, es ist gut, dass mal spürbar wird, was alles an mir hängt. ALLES. Als Alleinerziehende mit 2 Jobs und 2 Kindern. Ohne Infrastruktur. Ohne Ganztagsbetreuung etc.. Eine Mama, die ihren Kindern ermöglichen möchte, was geht. Und dafür wahnsinnig viel leisten muss.

Aber ich mache es auch gerne. Ich bin gern für Andere da, egal, ob meine family oder meine Freunde oder Klienten. Es gibt da bloss einen Haken… Sie haben sich daran gewöhnt, dass ich die Fäden in der Hand halte. Dass ich alles manage und organisiere. Dass ich versuche, allen gerecht zu werden. Dass ich natürlich auch versuche, noch ein bisschen Zeit für mich rauszuholen. Die Kinder werden größer, aber die Entscheidungen und Verantwortungen und benötigten Unterstützungen zwar anders, aber nicht weniger. Und was ist dann mit mir? Ich bin stolz auf mich, was ich leiste und schaffe, aber ich muss ehrlich zugeben, ich kann mir auch sehr gut ein deutlich arbeitsärmeres Leben mit mehr Freiraum für mich persönlich und gern auch mit einem Partner vorstellen.

Damit ich irgendwie aus meiner derzeitigen Mühle rauskomme oder zumindest schaffe, meinen Alltag noch deutlich mehr als bisher zu entschleunigen, habe ich diesen Entschluss gefasst , mal komplett auszusteigen mit allem Drum und Dran. Den Kopf mal zu entleeren (nicht nur den Magen), die Gedankenknäuel zu entwirren und noch mehr Klarheit für Prioritäten zu gewinnen. Meinem Körper in einem ziemlich straffen Zeitplan von 6 bis 20.30 Uhr Erholung zu gönnen inklusive verschiedenster Bewegung im Freien und Drinnen. Das hab ich mir einfach verdient.

Originalbild unter: http://jap.fotograf.de/photo/57ee82ca-2478-40eb-b62f-3d120a620caf

Ansonsten muss ich ehrlich zugeben, dass ich es nicht vermissen werde, mal keine 50 – 100 Emails, 20 Freundschaftsanfragen auf Facebook und mindestens ebenso viele Posts, die zu liken sind, sichten zu müssen. Juhuuuuu. Diese Kommunikation auf allen Kanälen führt zu so einer Arbeitsverdichtung, unglaublich. Das Schlimme (oder Gute) ist, dass ich zugeben muss, dass ich gerade über Facebook sehr viele wertvolle Kontakte und sogar Freundschaften gewonnen habe. Dafür bin  ich sehr dankbar und deshalb werde ich auch wieder einsteigen!!!! Nur deshalb!!!! Auf welchem Level, mal sehen. Aber Instagram oder Ähnlichem verweigere ich mich nach wie vor. Ist mir egal, dass da inzwischen (fast) Alle drin sind. Ich bin nur ein Mensch und will einfach wieder mehr Mensch sein.

Des Weiteren schaffe ich immer noch besser, mich nicht von dem immer noch immenseren Angebot an ständigen Webinar-, Kongress- etc. Möglichkeiten ONLINE unter Druck setzen zu lassen. Gruppenbenachrichtigungen abzustellen.

Ich lege Wert auf ein Leben offline neben dem online und frage mich immer wieder, wie Manche dermassen ausgeprägt präsent sein können, wenn Sie doch wie ich berufstätig sind??? Vielleicht auch Familie haben und/oder Familienleben führen??? Ich möchte doch nicht jede freie Minute an meinem PC oder stellvertretend mein Handy gefesselt sein? Und permanent das Gefühl haben, ich muss mich überall zu den Perfektionierungsseminaren anmelden, weil ich doch viel zu unperfekt bin?

Ich bin sehr sehr interessiert an sehr vielen Dingen, aber es geht einfach nicht. Ich habe meine Grenzen und lebe dann damit, dass ich so einige Dinge gerade im Marketing, Webdesign etc. einfach nicht zu lernen und anzuwenden schaffe, auch wenn es geschäftlich wahrscheinlich gewinnbringend wäre. Dann läuft es halt langsamer. Aber ich kann sagen, es läuft. Interessant ist, WAS läuft :-). Darüber möchte ich auch endlich mal in Ruhe nachdenken.

Dadurch, dass ich für Neues sehr aufgeschlossen bin, probiere ich viel aus und gewinne neue Erkenntnisse und Erfahrungen, die ich als persönliche Bereicherung betrachte. Und wovon letztendlich immer meine Klienten profitieren.

Grundsätzlich merke ich, wie sich mein Leben trotz aller Zeitknappheit vom Lebensssinn und Lebensgefühl her immer mehr zum Positiven ändert, je intensiver und öfter ich mich selbst reflektiere bzw. reflektieren lasse. Offline (!) wohlgemerkt.

Für meinen Retreat soll ich mir überlegen, was ist mein Hauptgrund zur Teilnahme, was sind meine wichtigsten Lebensthemen und welche Klärung und Inspiration erhoffe ich mir. Ich bin eigentlich total offen und neugierig, was da wohl hochkommt? Und will mir gar keine eingrenzenden Ziele setzen? Bisher war oft  meine Erfahrung, je weniger ich erwartet habe, umso mehr habe ich mitgenommen.

Ich werde Euch hinterher darüber berichten :-).

Und biete im April 2017 für Euch ein eigenes Retreat in einem passenden Wohlfühlambiente an. Ich freue mich, wenn ich Euch von dem Wert einer Auszeit überzeugen kann. Und wünsche Euch eine gute Zeit bis zum Wiederlesen. Ich freue mich, wenn Ihr mich nicht vergesst und mal wieder bei mir hier vorbeischaut :-).

Herzliche Grüße

Eure Judith

Originalbild unter: http://jap.fotograf.de/photo/57ee8453-3d98-4d03-a17e-3ecb0a620caf

Bildquelle:

Jap Fotografie