Hol Dir (D)eine Inspiration für mehr Glück


„Wie geht es Dir?“ Bist Du glücklich und zufrieden?  Wie definierst Du überhaupt Glück für Dich? Wovon machst Du es abhängig? Warum sind manche Menschen anscheinend glücklicher und zufriedener, als Andere, obwohl es ihnen, von außen betrachtet, anscheinend schlechter geht? Wieviel kannst Du zu Deinem Glück beitragen? Können Depressive überhaupt glücklich werden, wenn sie genetisch vorbelastet sind ? Mit diesen Themen will ich mich heute in diesem Blog befassen.

Experten wie Dr. Ceming stellen fest, dass einzelne Glücksmomente nichts darüber aussagen, ob wir wirklich glücklich sind. Entscheidend wäre langfristige Zufriedenheit. Der Haken an den Glücksmomenten wäre, dass sie ziemlich schnell vorübergehen und dass wir uns an sie gewöhnen würden. Prof. Diener meint, Glück wäre ein Rezept mit mehreren verschiedenen Zutaten. Individuell verschieden.

Viele sagen: Wahres Glück kommt von innen. Du kannst es mit allem Geld der Welt nicht kaufen. Aber Du kannst es lernen.

Glaubst Du (noch) an (D)ein Glück?

Glück scheint irgendetwas mit unserer Persönlichkeit zu tun zu haben. Aber wie sollst Du behaupten, glücklich zu sein, wenn es überhaupt nicht der Fall ist? Weil für Dich vielleicht gerade aufgrund verschiedenster Umstände eine Welt zusammengebrochen ist, das Leben hoffnungslos erscheint? Vielleicht ist Deine Partnerschaft geplatzt, Du hast eine einschneidende Krankheitsdiagnose erhalten, Deinen Job, Haus, Vermögen, Haustier, Freunde verloren…? Vielleicht sind Deine Lebensumstände stark beschränkend für Dich?
Schau Dir Stephen Hawking an. Oder Samuel Koch. Glücklich verheiratet. Nachdem er zugibt, ursprünglich nach seinem Unfall Selbstmordgedanken gehabt zu haben. Ich weiss, das sind Extrembeispiele. Ich will nur sagen, gib (Dich) nicht auf! Dein Leben ist ein Geschenk. Mach das Beste daraus. Du kannst nicht Kohle in Gold verwandeln. Aber Du kannst etwas für Deine Lebenszufriedenheit tun. Und wenn Du es allein nicht schaffst, dann hole Dir Hilfe. Knüpfe oder pflege Kontakte. LEBE! Halte durch! Ich weiss, manchmal ist man so am Boden… Ich wünsche Dir, dass auch Du schöne Momente in Deinen Verhältnissen erleben darfst. Vertraue. Glaube. Bete, wenn es Dir hilft.
Und wenn gar nichts hilft, vielleicht aufgrund Deiner Gesamtverfassung, was es öfter gibt, als Du meinst, wenn Du es allein nicht schaffst, dann hole Dir Hilfe.

Was hat Denken mit Glück zu tun?

Schon vor 2000 Jahren hat Buddha festgestellt, dass Du umso mehr leidest, je höher Deine Erwartungen: an das Leben, an Dich selbst, an Dein Umfeld. Und je starrer Du an Deinen Vorstellungen haftest, wie alles sein sollte.  Träume und Visionen sind wunderschön, können uns inspirieren und beflügeln. Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass Manche vor lauter nachjagen  nach Schönheit, Reichtum, Status, Macht… was auch immer… sich selbst verlieren und vergessen, geschweige denn ihren Körper. Und irgendwie nie zufrieden sind. Was nützt es Dir aber, wenn Du am Ziel angelangt bist oder schon dem nächsten Ziel nachjagst, und irgendwann Deine Gesundheit, Partnerschaft o.ä. verloren hast ? Mach doch das Beste aus dem Hier und Jetzt? Stattdessen lebst Du vielleicht im Mangeldenken, hast ständig das Gefühl, irgendetwas fehlt Dir zum glücklich sein? Das höre ich ziemlich oft im Alltag, egal ob beruflich oder privat. Und nicht nur, weil derjenige eine Depression hat.
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Mache den Test: Wie glücklich bist Du jetzt gerade?

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Laut Tagesschau sind Menschen in Gemeinschaft tendenziell glücklicher, Krankheit und Arbeitslosigkeit sind dagegen Glückshemmnisse. Wenn Du plötzlich aus dem Leben gerissen und an x Apparate angeschlossen bist und vielleicht keine Hoffnung auf Heilung besteht, ist es sehr schwer, den Kopf oben zu behalten, nicht zu verzweifeln. Plötzlich zählen andere Prioritäten. Nicht umsonst sagt man, lebe jeden Tag, als ob es Dein letzter wäre. Was würdest Du tun, wenn Du wüsstest, dass Du nur noch begrenzt Lebenszeit hättest ?? Kennst Du die 5 Dinge, die Sterbende am Meisten bereuen? Nutze also Deine Zeit….
Einen Zusammenhang zwischen Wohlstand und Lebensglück haben Forscher auch bewiesen. Aber so großen Anteil hat er gar nicht, wie häufig vermutet.
Viele denken, wenn sie einen Umstand im Leben verändert haben, dann wären sie glücklich. Dass jeder eigentlich alles für sein Glücksempfinden schon in sich trägt, das ist den Wenigsten bewusst.
Forscher an der University of California haben 2005 festgestellt, dass 50% unseres Glücksempfindens genetisch festgelegt sind. Das ist der Level (Fixpunkt), zu dem wir immer wieder zurückkehren nach Tiefpunkten. Über das Gen, das für Depressionen anfällig macht, kannst Du Dich u.a. in der im Video erwähnten DVD „Glücksformeln“  informieren.  Jetzt bleiben also nur noch 50% übrig. Nur 10 Prozent hängen von den äußeren Lebensumständen ab!! Und 40% unseres Glücks können wir durch unser Verhalten beeinflussen.
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Was machen glückliche Menschen anders?

Was sind nun Denk- und Verhaltensweisen, die die Forscher an überdurchschnittlich glücklichen Menschen beobachtet haben:

  • Sie pflegen und genießen intensiv soziale Kontakte, Zeit mit Familien und Freunden.
  • Sie sind dankbar für das halbvolle Glas, nehmen war, was sie haben.
  • Sie sind hilfsbereit.
  • Sie sind Optimisten.
  • Sie genießen das Hier und Jetzt.
  • Sport gehört regelmäßig in ihren Alltag.
  • Sie verfolgen engagiert ihre Lebensziele.
  • Im Umgang mit Stress, Krisen, Tragödien leiden sie zwar, wie alle anderen Menschen, aber sie sind ausgeglichener und stärker und wachsen an ihren Herausforderungen.

Was kannst Du also aktiv für Dein Glück tun?

Wenn Du es schaffst, Dich auf Dankbarkeit und Optimismus, auf positives Denken zu konzentrieren, einen Lebenssinn zu finden und zu leben, Dich anderen Menschen zu widmen und sie glücklich zu machen, Dir genau anzuschauen, welche Kontakte Du pflegst, dann kannst Du Deine 40% optimal auf die Glücksschiene einstimmen. Deshalb gibt es immer wieder Menschen, die wir bewundern, unter welchen Verhältnissen sie leben (müssen) und trotzdem ein Strahlen verbreiten, das faszinierend ist. Die Auswirkungen spürst Du  in allen Lebensbereichen. Grundsätzlich fühlst Du Dich nicht nur besser, selbstbewusster, Du verbesserst auch Dein Immunsystem, Deine Körperliche und seelische Gesundheit, Deinen Energielevel. Davon profitiert dann auch DeinUmfeld, egal ob Familie, Kollegen, Freunde, die Gesellschaft insgesamt.
Lyubomirsky fasst zusammen:

  • Übe Dankbarkeit und positives Denken (z.B. durch schreiben Deines Glückstagebuchs siehe Video)
  • Stärke Deine sozialen Beziehungen und sei hilfsbereit
  • bewältige Stress, Krisen, Traumata und vergebe
  • Lebe im Hier und Jetzt
  • Setze Dir Ziele
  • Kümmere Dich um Deine körperliche und seelische Gesundheit.

Im Video gebe ich Dir außerdem Anregungen, wie Du täglich etwas für Dein Glück tun kannst.

Wie wirken sich vermeintlich positive oder negative Einflüsse aus?

Viele Lottogewinner oder aus anderem Grund sehr reiche Menschen  sind anscheinend dauerhaft  nicht unbedingt glücklicher als Normalverdiener. Die Gewöhnung spielt eine Rolle. Das Gute an der Gewöhnung ist aber auch, wenn sich unsere Lebensumstände z.B. durch einen Schicksalsschlag wie eine  schwere Erkrankung verschlechtern, können wir uns daran gewöhnen und nach einer Zeit des „Durchhängens“, der Krise, wieder in den vorherigen Glückszustand zurückkehren. Eine Rolle spielt hierbei Deine psychische Widerstandskraft beim Bewältigen von Krisen (Resilienz). Lies dazu auch meinen ehemaligen Artikel. Klicke hier
Das Geheimnis des Glücks liegt also auch in Deinem Verhalten, Deinem Denken und Deinen persönlichen Zielen.

Und was bringen Dir die Erkenntnisse, wenn Du unter einer schweren Depression leidest?

Dann empfehle ich Dir  „Gesund durch Meditation“ und  „Der achtsame Weg durch die Depression“ von Jon Kabat-Zinn u.a.. In mehreren Studien haben diese Programme zur Stressbewältigung durch Achtsamkeit eine deutliche Verbesserung des Wohlbefindens nachweisen können. Sie beinhalten Meditation, achtsames Yoga und Bodyscan. Empfohlen wird auch immer das Positiv- bzw. Dankbarkeitstagebuch. In Kombination mit Anwendung der neurostressmedizinischen Erkenntnisse auf Deine persönlichen Bedürfnisse, sehe ich nach meiner Erfahrung Verbesserungspotential bei vielen Klienten, mit Einschränkungen abhängig vom individuellen Krankheits- und Vorbehandlungsverlauf.
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Du möchtest mal in achtsamkeitsbasierte Techniken hineinschnuppern?

Dein Wohlbefinden steigern? Unabhängig davon, ob Du nun sehr erschöpft bist oder Dir einfach mal was Gutes tun willst, empfehle ich Dir meine Entspannungsabende bei der VHS (der nächste ist am 21.3.2017 in Riedlingen) oder noch besser, da deutlich intensiver, eine Teilnahme an meiner Auszeit im April am Bodensee (Klicke hier).
Sei Deines Glückes Schmied.
Ich wünsche Dir viel Glück.
Namaste!
Deine Judith Becherle

Fotos: privat und pixabay
Diagramm: Sonja Lyubomirsky „Glücklich sein“

weitere Literatur-/DVD-Tips siehe Video