Von Resilienz und Wertschätzung ….nicht nur unterm Weihnachtsbaum…

Gerade Weihnachten wird immer als Fest der Liebe bezeichnet. Weihnachten ist irgendwie das Fest der schönen Worte und überall Liebe, Friede, Freude…(Eierkuchen?). Schaffen wir das? Oder sind wir meilenweit davon entfernt? Wie können wir denn dahin kommen ???
Was ist denn die Ausgangssituation? Jedem von uns sind sicher Dinge passiert mit Menschen, die uns in unserem Inneren getroffen und erschüttert haben.  Es tut mir in der Seele weh, als Resultat manchmal verbitterte grollende aggressive Menschen zu sehen, zu spüren, zu hören. Leider nicht nur in sozialen Medien gibt es teilweise solche subtilen und/oder offenen Verurteilungen von Menschen, die mit anderen Menschen arbeiten, das ist mir unbegreiflich… Da wird ohne Hemmung und ohne nähere objektive und/oder fachliche Kenntnisse subjektiv beurteilt und verurteilt. Wie können hochqualifizierte Menschen anderen Menschen in ihrer herausfordernden Situation helfen, wenn sie anscheinend nicht souverän denken und agieren können? Das ist mir unklar. Was hilfreich ist, ist die Vermutung, dass solche Menschen vielleicht mit ihrem Leben unzufrieden, sehr gestresst oder verletzt und noch auf unbewältigten Erfahrungen emotional agierend sind. Wir sind alle Menschen mit Stärken und Schwächen, nicht immer neutral und ausgeglichen drauf, einschließlich mir. Aber Manches erschreckt mich. Was ist das für eine Entwicklung des Umgangs miteinander in der heutigen Zeit? Das gibts nicht nur in den Medien. Auch offline. In meiner Praxis vergeben manchmal Klienten anderen Menschen solche gravierenden Sachen…. Was gibt es an verfahrenen Beziehungen. Missverständnisse aufgrund fehlender Kommunikation. Manche können nichts mehr für den Anderen empfinden, fühlen sich nicht wertgeschätzt und missverstanden. Es gibt tatsächlich solche Menschen, da hilft nur eins, fernhalten. Aber es gibt auch viele Kontakte, wo  vielleicht der Wert des Kontakts unterschätzt wird.  Manche sind aktuell vielleicht zu erschöpft etc., um Gefühle empfinden und  erwidern zu können. Manchmal wird m.E. zu schnell hingeworfen, aufgegeben…

lovers-2761551_1920Was kann man stattdessen tun?

  • Stattdessen gilt es erstmal, sich zu stabilisieren.
  • Sich selbst mit all seinen Schwächen zu respektieren und anzunehmen.
  • Bedürfniserfüllung und Enttäuschung nicht nur im Aussen manifestieren, sondern auch schauen, was im Innen eigentlich los ist.
  • Woher kommt diese massive Enttäuschung und Unzufriedenheit?
  • Hat wirklich nur das Aussen „Schuld“?
  • Wenn es tatsächlich so zu sein scheint, was kannst du dann tun, wie kannst du mit der Situation so umgehen, dass du trotz gerechtfertigter Enttäuschung zufriedener bist?
  • Kannst Du vielleicht üben, Dinge hinzunehmen, die Du nicht ändern kannst?
  • Was kannst oder sollst Du vielleicht sonst daraus lernen?
  • Den Blickwinkel ändern, vielleicht mal die Position des Anderen einzunehmen.
  • Schauen, was an gemeinsam verbindenden Ressourcen da war vor der jetzigen Situation und wieder aktivierbar ist.
  • Dem Gegenüber die Hand reichen. Versuchen, miteinander zu reden.
  • Wenn sich nichts ändern lässt, etwas Neues/Anderes tun….Loslassen…
  • sich Unterstützung suchen, um Hilfe bitten…
  • Kontakt reduzieren…
  • den Fokus umlenken und bewusst das Schöne im Jetzt suchen und wahrnehmen…
  • das Schöne gelten lassen und das Unschöne abschließen…

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Resilienz (psychische Widerstandskraft) ist gefragter denn je. Und jeder kann sie erwerben.

Häufig müssen wir sie auch in den heutigen Zeiten erwerben, zwingt uns das Leben dazu.
Mir ist  meine Lebenszeit zu schade, mich in unangenehmen Dingen festzubeissen und mir meine Lebensfreude nehmen zu lassen. Ich akzeptiere das, was Ist, wenn ich es nicht ändern kann. Und wenn ich Möglichkeiten zur Änderung sehe, dann nutze ich sie. Nicht überstürzt. Aber wenn ich Entscheidungen zur Veränderung getroffen habe, dann ziehe ich sie auch durch. Mit allen Konsequenzen. Je öfter ich das mache, umso bestätigter fühle ich mich darin. Darum bin ich auch manchmal im Nachhinein anfangs negativ erscheinenden Verhältnissen dankbar, durch die ich mich gezwungen fühlte, zu handeln und etwas zu ändern. Gerade dieses Jahr gab es solche Dinge. Einige konnte ich ändern. Einige (noch?) nicht. Ich habe mein Bestes versucht und nicht aufgegeben. Ich habe alle Ereignisse als Herausforderung gesehen und mir noch mehr Resilienz erworben (nicht nur den Abschluss als Resilienzcoach :-)). Ich habe mich auch manchmal schuldig gefühlt, ob nun gerechtfertigt oder nicht. Eine reine Ansichtssache. Aber ich habe auch mir und Anderen vergeben. Welch eine Befreiung.
Ein hawaianisches Sprichwort heisst „Bevor die Sonne untergeht, vergib“.
Wobei vergeben hier nicht mit gutheissen und reinwaschen von Schuld  verwechselt werden soll. Es soll einfach helfen, negative Verbindungen zu lösen. So wird wieder mehr Platz für das Gute im Leben. Ist meine Ansicht. Mir hilft es zu mehr innerem Frieden und meinen Klienten auch.
Denn Du weisst nie, was morgen ist…
Die Menschen kommen und gehen.
Die Frage ist, welche Spuren erlaube ich anderen Menschen, in meinem Leben zu hinterlassen?
Welche Spuren werde umgekehrt ich in IHREM Leben hinterlassen?

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Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.
(Afrikanisches Sprichwort)
Wenn Du Dein Gesicht der Sonne zuwendest, dann strahlst Du. Natürlich durch den Sonnenschein von außen :-). Bei meinen Klienten sehe ich oft sehr dankbar ein plötzliches Strahlen von Innen heraus. Die Gesichter werden dann so wunderschön. Ich bin immer wieder fasziniert. Und das Schönste ist, dieses Strahlen strahlt in die Herzen der Anderen hinein. Zuerst bei mir, dann bei dem Umfeld der Klienten.
Wenn wir alle mehr strahlen könnten, was wäre das für uns alle für ein viel Schöneres versöhnlicheres Miteinander. Mehr Nächstenliebe. Wir müssen nicht alle mögen und uns müssen auch nicht alle mögen. Aber manchmal versäumen wir vielleicht Möglichkeiten, etwas Freude und überhaupt etwas Schönes zu verschenken. Zuerst an uns selbst und dann an die Anderen. Suchen wir doch gerade jetzt diese Möglichkeiten. Es gibt so viele Kranke, Einsame, Arme, Verzweifelte…
Für mich gibt es nichts Schöneres, als Augen zum strahlen zu bringen und Eis in den Herzen zu schmelzen. Wertschätzung zu schenken und niemand dafür zu gering zu empfinden. Mein Herz zu öffnen für das Positive und zu verschließen für das Negative.
Deshalb wünsche ich Euch zu diesen besonderen Tagen:
Abschliessen
Ich wünsche Euch wunderschöne Festtage mit ganz viel Licht, Liebe und Wärme, das Ihr geben und erhalten könnt. Wenn Ihr gerade nicht in der Lage seid, zu geben, dann wünsche ich Euch, dass Ihr ganz viel wahrnehmen und empfangen könnt. Achtsam und dankbar Euch öffnet für die Kleinigkeiten. Und irgendwann wenn es Euch besser geht, etwas zurück- oder weitergebt.
Namaste.
Eure Judith Becherle

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Fotos: pixabay